Fußball kann eine Brücke schlagen

Es gibt Spiele, da läuft es einfach nicht. Und dann gibt es Spiele wie das der Alten Herren des SV Vilich-Müldorf in Oberlar.

Schon vor dem Anpfiff war die Stimmung gedrückt, nur sieben Spieler standen zur Verfügung und diese mussten sich ja erstmal ihren Weg über eine der verbliebenen Rheinbrücken suchen. Die Sperrung der Bonner Nordbrücke sorgt derzeit für Chaos auf den Straßen – und offenbar hatte sich dieses Verkehrschaos direkt auf das Spiel übertragen. Während einige Spieler vermutlich noch gedanklich im Stau standen, war Oberlar bereits mit Vollgas auf der Überholspur unterwegs.

Die Gastgeber legten los wie eine frisch freigegebene Autobahnbrücke und führten schnell. Vilich-Müldorf suchte dagegen noch nach der richtigen Ausfahrt ins Spiel. Bis zur Pause stand es bereits 4:0, zu bewundern auf einer Digitalanzeige, wobei sich mancher Spieler fragte, ob der Schiedsrichter vielleicht versehentlich die zweite Halbzeit schon mitgezählt hatte.

Nach dem Spurwechsel wurde es nicht wirklich besser. Zwar war der Wille da, doch die Beine wurden schwerer und Oberlar kombinierte munter weiter. Die Tore fielen weiter nur auf einer Seite. Spätestens beim 9:0 begann man auf Müldorfer Seite zu überlegen, ob man nicht einfach eine Umleitung Richtung Vereinsheim hätte nehmen sollen.

Am Ende stand ein Ergebnis, das ungefähr so erfreulich war wie die Nachricht, dass man wegen der Brückensperrung noch einmal quer durch Bonn fahren muss. Doch wer die Alten Herren kennt, weiß: Beim anschließenden Kaltgetränk wurde die Niederlage bereits fachmännisch analysiert. Die Hauptursachen waren schnell gefunden: die Brücke, der Gegenwind, der Rasen, die Sonne, die Schuhe und natürlich ein übermotivierter Gegner.

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